Montag, 5. Mai 2014

KAPITEL 49

ASKAS WOHNUNG. ASKAS ZIMMER. ABEND

Aska sitzt auf dem Bett, Renka setzt sich zu ihr.

RENKA
Was hast du? Du wolltest doch unbedingt hin.

Aska dreht sich von Renka weg.

ASKA
Sage ich nicht. Du lachst mich aus, dass es zu hören ist von hier bis zum Kosmos.

RENKA
Tue ich nicht. Versprochen.

ASKA
Du und deine Versprechen, die sind wie Kanarienvögel auf einem Hochhausdach.

RENKA
Wenn ich lache kannst du mich bis Ende meines Lebens ein Kretin nennen.

ASKA
Ein Kretin?... OK... Die Susi hatte einen Traum, dass Hans mir heute einen Heiratsantrag macht,..eh... das bedeutet nicht Hans sondern ein weißer Mann, aber im Grunde genommen Hans, ach... man muss es einfach verkehrt lesen.

Aska lehnt sich und holt von unterm dem Kopfkissen das Traumbuch heraus, hält es Renka hin.

ASKA
Seite 27.

Renka blättert, liest.

ASKA
Und das wichtigste - diese Olga, die war auch da!

RENKA
Wer?

ASKA
Na die Kakerlake, ach egal....Eh, er kommt sowieso nicht, in der Muschi geht´s ihm bestens.

RENKA
(liest im Traumbuch)
Aber Aska, da musst du hingehen! Das musst du herausfinden, und dich überzeugen. Also, ich wäre hingegangen. Weil was wenn - doch? Das wirst du dir nie verzeihen. Du musst die Sicherheit haben.

ASKA
Meinst du?

Renka schaut sich suchend in dem Zimmer um.

RENKA
Wo ist das Kleid?

ASKA
(gequält)
Muss das sein?

RENKA
Willst du in Pyjama deinen Heiratsantrag empfangen?


Freitag, 2. Mai 2014

KAPITEL 48

WOHNZIMMER. ABEND

Aska wirft die Jacke ab, sie landet auf dem Boden. Darunter der Pyjama.

ASKA
Renka, du alte Schleimerin. Im Sinne des Christianismus? Gott segne Sie?

Aska setzt sich auf´s Sofa, Renka neben ihr.

RENKA
Religionsunterricht und zahlreiche Kirchengänge. Es sieht aus als ob die kleine Philippinerin geschafft hat ihn zu bekehren. Und du Aska, weißt du was, du kannst echt mit den Menschen, wenn du gerade dazu Lust hast. Du könntest so was, wie ein Berater werden, in lebenswichtigen Fragen....

ASKA
Lebenswichtig wäre, wenn Helmut uns die Wasser-Schulden erlassen würde, wenn er schon so kirchlich-katholisch ist.

Hinter der Wand erklingt Disco Musik. Renka steht auf, schaut sich in dem Spiegel.

RENKA
Und was jetzt?

Aska zuckt die Schultern.

RENKA
Lass uns zu der Party gehen! Zu dieser deiner Russen- Disco.
Aska schüttelt traurig den Kopf, schleppt sich in ihr Zimmer.


Dienstag, 29. April 2014

KAPITEL 47

HOF. ABEND 
 
Renka und Aska gehen durch den Hof. Aus dem Gang kommt ihnen Helmut entgegen.
 
ASKA
Oh nein, der schon wieder!
 
Helmut schiebt seine Mutter in dem Rollstuhl. An seiner Seite untergehackt seine Frau MARISOL (33), langes, schwarzes Haar, Mandelaugen.
 
MaRISOL
(verbeugt sich paar Mal)
 Gott segne Euch. Wie geht es Ihnen?
 
RENKA
Vergelt´s Gott. Ganz gut. Und Ihnen?
 
MARISOL
(zu Helmut)
Na Helmütchen, sag doch Hallo unseren Nachbarinnen.
 
HELMUT
(mürrisch)
Hmm Hmmm
 
Renka tätschelt die Hand von Frau Holle.
 
RENKA
Frau Holle. Alles gut?
 
FRAU HOLLE
Ich will endlich singen!
 
Marisol
Wir gehen zur Messe.
 
RENKA
Oh, das trifft sich gut.
(zu Helmut)
Und im Sinne des Christianismus Aska wollte sich bei Ihnen entschuldigen.
 
Aska wirft Renka einen zerstörerischen Blick.
 
ASKA
(seufzt, zu Helmut)
Tut mir leid, dass ich frech war. Ich zahle das Wasser, versprochen. Aber nur wenn ich es in Raten machen kann.
 
HELMUT
(den Blick auf den Boden gerichtet)
 Ist gut, ich schicke Ihnen einen Ratenplan.
 
Aska lächelt, ergreift Helmut´s Hand, schüttelt sie herzlich. Helmut perplex, reißt seine Hand weg. Er schiebt Frau Holle, geht an den Mädels vorbei.
 
MARISOL
Ein Rüppel, mein Helmütchen. Aber er meint es nicht so. Und mit Gottes Hilfe werde ich ihn noch ändern...
 
Kirchenglocken erklingen.
 
HELMUT
Marisol komm schon...
 
MARISOL
Gott segne Sie.
 
RENKA
Gott sei mit Ihnen.


Dienstag, 22. April 2014

KAPITEL 46


UNIKLINIKUM. FLUR. ABEND

Renka springt vor Freude, klatscht in die Hände.

RENKA
Oh mein Gott, oh mein Gott, und polnischer Papst! Und du, du Aska! Du hast es geschafft!

Renka fällt Aska um den Hals, laut lachend und vor Glück schreiend. Sie küsst sie auf beide Wangen, drückt an sich. Aska wehrt ab.

ASKA
Du wirst mich noch erwürgen!

Renka lässt Aska los.

RENKA
Du hast recht, nicht zu viel Körperkontakt...

Renka und Aska halten sich an den Händen, rennen den langen Flur entlang.

Freitag, 18. April 2014

KAPITEL 45

UNI-KLINIKUM. BÜRO PROFESSOR BUCHHOLZ. ABEND


Der PROFESSOR (60) sitzt auf dem Boden. Vor ihm eine aufgebaute Eisenbahn. Zwei Spielzeugzuge rasen auf sich zu- ein Frontalkrasch. Neben dem Prof eine aufgerissene Eisenbahnverpackung. Der Prof ist leicht angetrunken, in seiner Hand ein Glas Whisky, sein lichtes, graues Haar zerzaust, die gelockerte Krawatte baumelt ihm am Hals.

RENKA
Entschuldigung, dass wir hier so reinplatzen.

PROFESSOR
(den Blick auf Aska in dem Pyjama gerichtet)
Sie sind hier falsch. Das Krankenhausgebäude ist da drüben -
(zeigt zum Fenster)

Aska schiebt Renka nach vorne.

ASKA
Es geht nicht um mich.

RENKA
Ich sollte mich bei Ihnen melden, tut mir leid, wir gehen schon.

Renka verpasst Aska einen Ruck.

ASKA
Den Teufel werde ich gehen.

PROF
Ah, jetzt weiß ich Frau Muschynska.
(breites Grinsen)
Ja, ja..lassen Sie mich, Sie ansehen...

Der Prof steht auf, geht auf Renka zu, betrachtet sie. Renkas Züge spannen sich, ihr Gesicht zeigt eine bodenlose Verzweiflung.

PROF
  Na, Frau (räuspert sich) Muschynska, wieso sollte ich Sie in das Team nehmen?

RENKA
(stotternd)
Ich, ich..., ich...

Aska baut sich auf.

ASKA
Wieso? Was für eine doofe Frage. Weil Sie die beste ist! Ich kenne sie gut, wir wohnen zusammen... und wir hatten unsere Höhen und Tiefen, aber - sie ist der fleißigste, klügste, zuverlässigste Mensch, den ich kenne. Und Sie brauchen gar nicht so zu grinsen, einen Namen wählt man nicht! Er klebt an Einem. Das kann wohl doch nicht sein, dass Sie auch bei Ihnen deswegen unten durch ist!

Stille.

PROF
Hmm... ja...., allerdings...,hmmm
(zu Renka)
Kommen Sie gleich nach den Feiertagen in mein Büro.

Die Mädchen schauen sich verdutzt an.

PROF
Gute Nacht, und schließen Sie die Tür.

Die Mädels verschwinden. Der Prof hockt sich hin, stellt die Lokomotive auf die Schienen.

PROF
Solche frechen Weiber haben mich schon immer rumgekriegt.

Dienstag, 15. April 2014

KAPITEL 44

STRASSE. ABEND

Renka und Aska laufen die Strasse entlang.

RENKA
Der ist garantiert nicht mehr da.

Aska schaut hoch, Renka folgt ihrem Blick, sie schauen auf das Verwaltungsgebäude des Uni-Klinikums. Mindestens 2/3 der riesigen Glasfenster sind noch erleuchtet. Hinter den Scheiben - Menschen, hinter ihren Computerbildschirmen.

ASKA
Hast du doch selber gesagt- die haben aus diesem Land eine Fabrik gemacht.


UNI-KLINIKUM. SEKRETARIAT. ABEND 
 
Der Kopf von Aska erscheint in dem dunklem Sekretariat -Raum, gleich danach der Kopf von Renka.

RENKA
Komm lass uns gehen.

Es ist dunkel in dem Raum, unter einer angelehnten Tür zum Nebenraum sieht man eine Lichtspalte. Aska platzt rein.

ASKA
Hallo!

PROF
(off, keuchend)
Ich bin nicht da!

Renka schüttelt den Kopf, schaut Aska flehend an, zeigt mit einer Geste - sie sollen verschwinden. 

Aska marschiert zu auf die Tür zu, platzt in den Raum.

Donnerstag, 10. April 2014

KAPITEL 43



ASKAS WOHNUNG. ASKAS ZIMMER. ABEND

Aska und Renka sitzen auf Askas Bett in ihrem unaufgeräumten Schlafzimmer, teilen sich schweigend eine Zigarette. Renkas Gesicht ist verschmiert von Tränen und Make-up. Sie nimmt einen großen Schluck Champagner direkt aus der Flasche

RENKA
Ich habe mich gefühlt wie eine aufdringliche Mücke, wie das siebente Kind des Nachtwächters, das niemand wollte. Wie konnte ich Silvester- Abend mit dem Neuen Jahr verwechseln?


ASKA
Ist normal, Scheiß Wunsch-Denken... Alles nur große Mäuler, und wenn man richtig hinschaut, emotionelle Krüppel, ohne Herz und Verstand.


RENKA
Dieser Tag ist ein absoluter Desaster! Und so soll das ganze Jahr weden? Und weißt du, was das Schlimmste is?  Ich werde mir nie verzeihen, dass ich das Praktikum  versäumt habe.

Aska springt vom Bett.


ASKA
Aber Renka, das darfst du nicht! Ich verbiete es dir!